In aller Kürze

Persönlichkeit bilden – Kultur prägen

Das Freiwillige Soziale Jahr in der Kultur (FSJ Kultur) basiert auf den vier Säulen: Bildung, Kultur, Engagement und Jugend.

Jugendliche von 16 bis 26 Jahren arbeiten ein Jahr lang in Vollzeit in einer Kultureinrichtung. In diesem Bildungsjahr ermöglichen Kulturpraxis, eigenverantwortliche Projektarbeit und Seminare Persönlichkeitsbildung und Kompetenzentwicklung.

Freiwillige werden durch Begegnungen mit Kultur geprägt und bereichern mit ihrer Individualität und ihrem Engagement die kulturelle Praxis. Sie übernehmen Verantwortung. Mittels Projektaktivitäten und Initiativen bieten Kultureinrichtungen beteiligungsfreundliche Strukturen. Sie schaffen den Rahmen für das bürgerschaftliche Engagement Jugendlicher und gewinnen engagierte Mitstreiter/innen und Impulse.

Struktur – Grundlagen

Das FSJ Kultur basiert auf der Kooperation eines Trägers, einer Einsatzstelle und der/des Freiwilligen. Innerhalb eines Vertrages klären diese Partner die gegenseitigen Rechte und Pflichten und vereinbaren die Zusammenarbeit.
Grundlage für die Trägerschaft des FSJ Kultur ist die Verankerung in der Jugend-, Kultur- und Bildungsarbeit sowie die weltanschauliche und politische Neutralität der Träger.
Die Träger sind in einem Trägerverbund der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) angeschlossen. Sie koordinieren in der Regel in einem Bundesland das FSJ Kultur und sind u. a. für Beratung, Vermittlung und Begleitung von Freiwilligen zuständig.

Konzeptionelle Basis

Das FSJ Kultur ist

  • eine besondere Form bürgerschaftlichen Engagements junger Menschen im Kulturbereich. Es ist es ein Ort der (Selbst)Bildung unter dem Zugangsprinzip der Freiwilligkeit.
  • eine spezifische Form des FSJ und durch das Jugendfreiwilligendienstegesetz bestimmt.
  • eine Jugendbildungsmaßnahme. Es ist verortet in der Trägerlandschaft der außerschulischen Jugendarbeit und bildung. Referenzrahmen ist das Kinder und Jugendhilfegesetzes (KJHG).
  • ein Projekt im Kulturbereich. Junge Menschen können ihrem Interesse nach Kulturnutzung und -gestaltung nachkommen.
  • ein Vorhaben der Kulturellen Bildung. Es trägt zur Persönlichkeitsbildung der/des Einzelnen bei, ist eng mit der Teilhabe am kulturellen Leben und mit künstlerischer Praxis verknüpft.
  • ein Bildungsort des kompetenzbasierten, des non-formalen sowie informellen Lernens.

Ausgangspunkt für diese Konzeption ist die Überzeugung, dass der Kulturbereich gut geeignet ist, Jugendlichen einen Gestaltungs- und Experimentierraum für bürgerschaftliches Engagement und damit verbundene Bildungsprozesse zu geben. Das FSJ Kultur motiviert kulturelle Einrichtungen, für freiwilliges Engagement junger Menschen aktiv zu werden.
Zentral für die pädagogische Ausgestaltung ist die Verbindung von subjektorientierten Ansätzen (Bildung und Orientierung) sowie gesellschaftspolitischem und zivilgesellschaftlichem Grundverständnis (Engagement und Partizipation). Präzisiert werden diese Aspekte durch eine Pädagogische Rahmenkonzeption. Mit ihr werden die pädagogischen Zielstellungen für Freiwillige, Einsatzstellen und Träger transparent und die Zusammenarbeit dieser Akteure verbindlich.