Argumentationshilfe

Der BundesElternRat und die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung haben ein Argumentationspapier zum Thema »Mehr kulturelle Bildung in der Schule!« veröffentlicht, das sich ursprünglich an Eltern richtet. Die Argumente gelten aber natürlich genauso gegenüber Kollegium, Schul- und Kitaleitungen, potentiellen Geldgebern und ähnlichem. Sie können es hier als PDF herunterladen, gedruckt unter info@bkj.de bestellen – oder einfach im Folgenden lesen:

Argumente für mehr Kulturelle Bildung in der Schule

Kultur öffnet Welten. Welten spannender Geschichten, lebendiger Bilder und spielerischer Momente, Welten voller Klänge und neuer Einsichten. Kinder und Jugendliche brauchen kreative Kompetenzen und Experimentierfelder, um starke Persönlichkeiten zu werden.
An dieser Stelle finden all diejenigen argumentative Unterstützung, die sich für mehr Kulturelle Bildung an Schulen einsetzten möchten. Egal, ob Sie sich als LehrerIn, SchulleiterIn, als Eltern, KulturpädagogIn, KünstlerIn oder SchülerIn für den Ausbau kultureller Bildungsangebote in der Schule einsetzen wollen, diese Broschüre liefert Ihnen die nötigen Argumente. Sie beschreibt die Potenziale Kultureller Bildung für SchülerInnen – aber auch für die Schule, für LehrerInnen und für das Umfeld der Schule.

Kulturelle Bildung – was ist das eigentlich?

Malen, Theater spielen, Videos drehen, Musik machen, Tanzen, Schreiben, Fotografieren oder Computerspiele erfinden – Kultur selber zu machen ist ein wichtiges Lernfeld der Kulturellen Bildung. Ebenso wertvoll ist die Beschäftigung mit Kunst und Kultur als ZuschauerIn oder ZuhörerIn: im Theater oder Konzert, im Kino oder Museum sowie als LeserIn in der Bibliothek. Orte der Kulturellen Bildung sind Jugendkunstschulen, Musikschulen, Theaterpädagogische Zentren, Jugendfilmclubs, Kindermuseen, Spielmobile, Kinderzirkusse sowie kulturpädagogische Angebote und Projekte, die an den unterschiedlichsten Orten und in verschiedensten Formen stattfinden.

Kulturelle Bildung in der Schule

Außer im Kunst-, Musik- oder Theaterunterricht findet Kulturelle Bildung auch in geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern statt. Methoden der Kulturellen Bildung werden im Mathematikunterricht und den naturwissenschaftlichen Fächern zunehmend und mit viel Erfolg eingesetzt – wie internationale Studien zeigen. Auch außerhalb des Unterrichts bietet die Schule zahlreiche Gelegenheiten für Kulturelle Bildung: Beim Besuch im Theater oder Museum, durch die Teilnahme an Wettbewerben oder in unterschiedlichsten AGs. Zahlreiche Schulen arbeiten mit außerschulischen Kulturpartnern zusammen, die Nachmittagsangebote oder den Unterricht mitgestalten (z.B. Jugendkunst- und Musikschulen, theaterpädagogische Einrichtungen, einzelne KünstlerInnen). Immer mehr Schulen nutzen Methoden und Erfahrungen der Kulturellen Bildung, um ihre Qualitätsentwicklung voranzubringen und profilieren sich beispielsweise als Kulturschule.

Kulturelle Bildung stärkt Schlüsselkompetenzen.

Schlüsselkompetenzen sind Fähigkeiten, die wir brauchen, um unser Leben erfolgreich zu bewältigen: in der Familie, im Freundeskreis, in Ausbildung und Beruf, und im Alltagsleben. Studien haben gezeigt, dass SchülerInnen in Angeboten Kultureller Bildung Schlüsselkompetenzen besonders gut erwerben und festigen. Dazu gehören zum Beispiel: Kreatives Denken, Improvisationsvermögen, Ausdrucksfähigkeit, soziale Kompetenz, Toleranz, Selbstorganisation, Ausdauer oder auch die Fähigkeit, Initiative zu ergreifen.
Kulturelle Bildung ist mehr als Wissen und Fähigkeiten: sie umfasst die Persönlichkeitsbildung. Sich orientieren zu können, mitreden und mitgestalten zu können – das alles gehört dazu.
Deshalb: Fordern Sie mehr Kulturelle Bildung in der Schule! Kinder und Jugendliche brauchen mehr als gute Noten in den »harten« Fächern. Für eine gelingende Lebensführung brauchen sie Gelegenheiten, ihre persönlichen Stärken zu entdecken und spielerisch soziale Kompetenzen zu entwickeln.

Kulturelle Bildung öffnet Welten.

Wer mit einem Bild, einem Theaterstück oder einem musikalischen Werk etwas anfangen kann, dem eröffnen sich neue Horizonte. Die Welt mal durch die Augen eines Künstlers zu betrachten kann helfen, sie auf neue Weise zu verstehen. Und wie schön ist die Erfahrung, eigene Gedanken und Gefühle überraschend im Werk eines Künstlers wiederzufinden und sich auf ganz tiefe Weise verstanden zu fühlen!

  • »Ich und die Kunst«: Kinder und Jugendliche lernen Kunstwerke kennen und machen sich Gedanken über die Frage: Was hat das mit mir und meinem Leben zu tun?
  • »Ich und die Menschheit«: Auf diese Weise lernen SchülerInnen viel über die Menschen, über Ideen, Traditionen und Visionen. So kann Information zu Wissen werden!
  • »Ich und die Welt«: Dieses Wissen können Kinder und Jugendliche nutzen, um die Welt zu verstehen. Das macht es leichter, sich in einem verwirrend vielschichtigen Alltag zu orientieren und in all den Widersprüchen eine eigene Meinung und einen eigenen Weg zu finden.
  • Tiefer blicken: Wer mit Kunst umgehen lernt, kann viel mehr darin sehen als nur die Oberfläche und den »schönen Schein«.

Kulturelle Bildung schafft starke Persönlichkeiten.

Kreativität entdecken – Potenziale entfalten Jede/r kann kreativ sein – auf die richtigen Bedingungen kommt es an! In Angeboten der Kulturellen Bildung zählen die unterschiedlichsten Stärken und Fähigkeiten. So findet jede/r seinen Weg!
SchülerInnen, die sich sonst z.B. mit Hausaufgaben lange herumquälen, machen eine Kontrasterfahrung: im künstlerischen »Schaffensrausch« verbringen sie Stunden, die wie im Flug vergehen. Und am Ende steht auch noch ein tolles Ergebnis. Das macht Mut »dranzubleiben« – auch wenn es mal schwierig wird.
Die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu erkennen und wertzuschätzen ist ein wichtiger Teil der Persönlichkeitsentwicklung. Das hilft auch bei der Berufsorientierung.
Wenn mal etwas »schief geht« ist das im künstlerischen Prozess überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil: Etwas Unvorhergesehenes kann einen auf ganz neue Ideen und Lösungen bringen! Veränderungen können Angst machen, besonders, wenn man das Gefühl hat, ihnen ohnmächtig ausgeliefert zu sein. In kreativen Lernprozessen trainieren Jugendliche, mit Veränderungen positiv und konstruktiv umzugehen.
»Quer denken« können Kinder von Natur aus gut. Hier machen sie die Erfahrung, dass dies eine wichtige und nützliche Fähigkeit ist. Ungewöhnliche Verbindungen herzustellen, auch mal auf das »Bauchgefühl« zu hören, das macht kreatives Denken aus. Eine Schlüsselkompetenz, die heutzutage sehr gefragt ist – nicht zuletzt auch im Mathematikunterricht.
Das eigene Leben gestalten: Kulturelle Bildung stärkt Jugendliche für die Aufgabe, in einer komplexen, kulturell vielfältig verschlüsselten Welt einen eigenen Lebensentwurf zu entwickeln.

Kulturelle Bildung ermöglicht Teilhabe und Mitgestaltung.

  • Teilhabe und Zugang für alle Kulturelle Bildung ist kein Luxus, sondern Teil des Menschenrechtes auf Bildung. Manche Kinder lernen über ihre Eltern schon früh Bücher kennen, gehen ins Museum oder ins Kindertheater. Für andere ist der Zugang zum kulturellen Leben erschwert. Kulturelle Bildung in der Schule ermöglicht allen SchülerInnen den Zugang zu Kunst und Kultur.
  • Sich ausdrücken lernen: Die eigene Meinung zu sagen, ist manchmal gar nicht so leicht. Aber wer nicht gern redet, der tanzt vielleicht umso lieber! Die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen bieten die Chance, individuelle Möglichkeiten auszuprobieren – spielerisch und ohne die Angst, etwas falsch zu machen.
  • Dabei sein: Wer aktiv am kulturellen Leben teilnimmt, ist auch im gesellschaftlichen Leben »mittendrin«. Kreative Projekte ermöglichen Jugendlichen die Erfahrung, mitreden zu dürfen. Sie erleben, dass ihre Meinung gefragt ist!
  • Einfluss nehmen: Kinder erleben die Welt zunächst als wenig beeinflussbar. Im künstlerischen Handeln erleben sie beispielhaft, dass sie ihre eigene Welt mitgestalten können. Diese Erfahrung kann helfen, Gefühle von Ohnmacht und Resignation zu überwinden. Und wer sich nicht ohnmächtig fühlt, braucht auch keine Gewalt, um sich stark zu fühlen!
  • Medien nutzen: Kulturelle Bildung eröffnet viele neue Möglichkeiten. Gewohntes anders zu verwenden wird ebenso gelernt wie der Einsatz von Materialien, Medien, Techniken und Werkzeugen. Spielerisch lernen Kinder und Jugendliche beispielsweise Computer und Internet aktiv für sich zu nutzen, um zu forschen und Ideen zu verwirklichen.
  • Selbstorganisation: Ein künstlerisches Vorhaben bietet Jugendlichen die Möglichkeit zu üben, wie man von einer starken Idee – vielleicht über interessante Umwege – zu einem Ergebnis kommt, auf das man richtig stolz sein kann.
  • Sich eine Meinung bilden: Angebote der Kulturellen Bildung geben Kindern viel Raum, sich mit Themen zu beschäftigen, die sie ganz aktuell beschäftigen und bewegen. Hier kann Urteilsvermögen trainiert werden.

Kulturelle Bildung hilft, Vielfalt zu leben.

Verschiedenheit hat viele Formen: Geschlecht, Religion, Nationalität, Alter, soziale Herkunft und viele mehr. Junge Menschen handeln heute in verstärktem Maße in unterschiedlich zusammengesetzten Gruppen und Teams. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zählt diese Fähigkeit zu den wichtigsten Schlüsselkompetenzen. Im gemeinsamen künstlerischen Tun lässt sie sich besonders gut üben und erlernen.

  • Soziale Kompetenz: LehrerInnen, die verstärkt Kulturelle Bildung in der Schule zum Einsatz bringen, berichten von einem wachsenden Verantwortungsbewusstsein der SchülerInnen. Es lasse sich eine steigende Aufmerksamkeit für das Wohlergehen Anderer beobachten.
  • Widersprüche aushalten: Im künstlerischen Prozess machen SchülerInnen die Erfahrung, dass es zur selben Frage verschiedene Antworten und zu einem Problem verschiedene Lösungen gibt – die durchaus gleichberechtigt nebeneinander stehen können. Dies begreifen und aushalten zu können, und den eigenen Standpunkt immer wieder neu zu finden – das ist in unserer heutigen, vielfältigen Welt überlebenswichtig.
  • Kunst wertschätzt Anders-Sein: Das »Andere« ist in der Kunst meist etwas Positives und Wertvolles – und nicht etwas Fremdes oder Bedrohliches. Gemeinschaft positiv erleben, mit Anderen gemeinsam etwas Großes und Beeindruckendes zu schaffen, ist ein Erlebnis, dass lange nachwirkt.
  • Verschiedene Blickwinkel einnehmen: Mit Kultureller Bildung lernen SchülerInnen durch praktische Erfahrung, dass es viele Arten gibt, die Welt zu sehen und zu interpretieren – und dass das eine Bereicherung sein kann.

Kulturelle Bildung bewirkt anderes Lernen und nachhaltiges Wissen.

  • Lernen macht Spaß: Etwas Künstlerisches zu tun, macht den meisten SchülerInnen Spaß – das motiviert! Untersuchungen zeigen, dass die Bereitschaft zum Schulbesuch an Schulen, die verstärkt auf Kulturelle Bildung setzen, deutlich steigt.
  • Leichter Schreiben und Rechnen: Studien haben ergeben, dass sich durch Kulturelle Bildung in der Schule die Bereiche Schreiben und Sprechen sowie Rechenfähigkeit verbessern. Komplexe und räumliche Aufgaben sowie abstrakte Ideen werden von den SchülerInnen leichter gelöst und verstanden.
  • Welt aktiv entdecken: Ein Grundprinzip Kultureller Bildung ist, Themen zu wählen, die SchülerInnen wirklich interessieren. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das Gelernte sofort angewendet werden kann. Auf diese Weise kann Begeisterung und Neugier zum Motor für Lernen werden.
  • Lernen lernen: Kinder und Jugendliche lernen, wie man sich Dinge aneignet. Wer sein eigenes künstlerisches Projekt realisiert, lernt gleichzeitig den eigenen Lern- und Arbeitsprozess zu organisieren.
  • Neue Seiten entdecken: Künstlerische Prozesse vermitteln Erfahrungen, die auf keine andere Weise gemacht werden können. So erleben Kinder und Jugendliche die Vielseitigkeit dessen, was man erfahren und empfinden kann. Sie lernen, etwas wahrnehmen und auch ausdrücken zu können, das jenseits von Worten liegt.
  • Wissenschaft und echtes Leben: Erfahrungen zeigen, dass kulturelle Bildungsangebote besonders gut geeignet sind, um Wissen mit dem »echten Leben« zu verknüpfen. Kinder und Jugendliche können einen Bezug zwischen ihren eigenen Erfahrungen und wissenschaftlichen Inhalten herstellen. Vorteil: Sie behalten das, was sie gelernt haben langfristig!

Kulturelle Bildung ist MehrWert!

Die folgenden Argumente brauchen Sie möglicherweise in der Schulkonferenz, in der Stadtschulpflegschaft, im Gespräch mit Eltern, mit LehrerInnen oder auch wenn es um die Gestaltung des (Offenen) Ganztags geht.

  • Kulturelle Bildung macht nicht nur im Kunstunterricht oder der Theater-AG Spaß, sondern beeinflusst Lernprozesse in allen anderen Fächern positiv. Mehr Raum für Kulturelle Bildung kann die positive Stimmung der ganzen Schule verbessern.
  • SchülerInnen erleben Schule als positiven Ort, erfahren Lernen als etwas, das sie begeistert und haben Lust mitzumachen und mitzugestalten. Das entlastet und motiviert natürlich auch LehrerInnen und alle anderen, die in der Schule arbeiten. Schule ist dann ein gemeinsames Projekt, das Spaß macht.
  • Das hat nicht nur für die Schule Auswirkungen. Die beschriebenen Bildungsprozesse wirken ebenso auf Eltern und Familien. Für alle erschließen sich Zugänge zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben, neue Kommunikationsformen entstehen.

Kulturelle Bildung tut der Schule gut.

  • Gutes Klima: Kulturelle Bildung bereichert die Gesamtatmosphäre der Schule. SchülerInnen kommen gerne in die Schule und Eltern fühlen sich eingebunden. Wenn alle mitgestalten, entstehen kreative Entwicklungsimpulse – an der Schule bewegt sich was!
  • Starke Schule: Eine stärkere Ausrichtung auf Kulturelle Bildung gibt der Schule ein Gesicht und kann zur Qualitätsentwicklung genutzt werden. Das bedeutet: Was sind die Stärken der Schule, was kann sie besonders gut, wofür steht sie, wo will sie in Zukunft hin?
  • Attraktive Schule: Ein kulturelles Schulprofil lässt sich gut kommunizieren. Die Schule wird attraktiv. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn die Schulwahl frei ist. Auch für Schulen in so genannten »sozialen Brennpunkten« bietet ein solches Profil die Chance, nicht zur »Ghetto-Schule« abgestempelt zu werden.
  • Neue Partner: Durch eine stärkere Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen, mit KünstlerInnen oder anderen Bildungseinrichtungen öffnet sich die Schule stärker ihrem Umfeld. Neues Engagement für die Schule, interessante Kooperationen und Vernetzungen können entstehen. SchülerInnen haben dadurch die Möglichkeit, künstlerische Interessen, die in der Schule geweckt wurden, in anderen Einrichtungen zu vertiefen und weiter zu führen.
  • Neue Freunde: Eine Schule, die Kultureller Bildung großen Raum gibt, hat viele Möglichkeiten, die Eltern sowie auch die Bewohner des Umfeldes in das Schulleben einzubeziehen. Künstlerische Vorhaben eignen sich zum Beispiel gut, um Eltern mit Migrationshintergrund einzubinden.

Kulturelle Bildung tut LehrerInnen gut.

  • Motivierte SchülerInnen Wenn SchülerInnen durch ihre Erfahrungen in künstlerischen Projekten mehr Selbstvertrauen gewinnen, führt dies in allen Lernbereichen zu Verbesserungen. Kinder, die gerne und mit Begeisterung lernen, die ihre Stärken kennen und stolz darauf sind, sind im Unterricht kooperativ und interessiert.
  • Thementransfer: Kulturelle Bildung als Querschnitts-Methode macht interdisziplinäre Potenziale zugänglich, z.B. zwischen Mathematik, Animation, Geschichte, Radiojournalismus, Wissenschaft und Fotografie.
  • Sichtbare Stärken: LehrerInnen erleben ihre SchülerInnen in künstlerischen Projekten manchmal von einer anderen Seite – besonders, wenn außerschulische Partner beteiligt sind. Kulturelle Bildung kann für LehrerInnen ein Schlüssel sein, um herauszufinden, worin ihre SchülerInnen gut sind.
  • Kreatives Unterrichten: Die Übertragung von Methoden und Erkenntnissen der Kulturellen Bildung auf die Schule bietet LehrerInnen – so zeigen Erfahrungen insbesondere aus Großbritannien – mehr Selbständigkeit, Freiheit und Kreativität im Unterrichten. In Studien berichten LehrerInnen davon, ergebnisoffener und prozessorientierter zu planen und zu unterrichten, ohne dabei die Lernziele aus dem Blick zu verlieren.

Kulturelle Bildung tut Eltern, Familien und der Stadt gut.

  • Lebenswerter Stadtteil: Wenn Schulen kulturell lebendige Lernorte werden, entstehen mehr Verbindungen in den Stadtteil und das Schulumfeld hinein. Lebendige und gut funktionierende kommunale „Bildungslandschaften« machen den Stadtteil/die Stadt attraktiv und lebenswert.
  • Gutes Zusammenleben: Die Chancen für ein gerechtes Aufwachsen, das Bildung, Integration und Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer sozialen Lebenssituation ermöglicht, werden erhöht. Mitgestaltungsmöglichkeiten und gerechte Chancen sind die Grundlage für ein friedliches Miteinander.
  • Engagierte Menschen: Durch eine kulturell aktive Schule, die einen regen Austausch mit ihrem Umfeld pflegt, wird freiwilliges bürgerschaftliches Engagement angeregt und gefördert. Lebendige Museen, Theater, Konzerthäuser etc. Kultureinrichtungen und Kunstorte werden als Kooperationspartner von Schulen gestärkt. Außerdem steigt ihr Bekanntheitsgrad. Ein wachsendes Interesse von Schulen an Zusammenarbeit regt Kulturanbieter dazu an, ihre Anstrengungen im Bereich der Vermittlung zu verstärken. Davon können alle profitieren.
  • Attraktiv für Unternehmen: Kulturell aktive Schulen nutzen auch der lokalen Wirtschaft. Zum einen erhöht sich die Attraktivität des Standortes dadurch, dass MitarbeiterInnen für ihre Kinder eine attraktive Schule vorfinden. Zum anderen achten Arbeitgeber zunehmend auf Schlüsselkompetenzen. Jugendliche, die wissen, was sie können und die »Lernen gelernt« haben, sind als Auszubildende gefragt.